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Gesundheitsvorsorge aktiv, GVA: Das müssen Sie wissen!

Die Gesundheitsvorsorge Aktiv (GVA) wurde 2018 sich als Weiterentwicklung der klassischen Kur eingeführt und soll zu einem verbessertem Lebensstil und einer gesteigerten Lebensqualität beitragen.

Die GVA wird für die Therapie des Stütz- und Bewegungsapparats angeboten, der häufigsten Kurindikation. Im Vergleich zur klassischen Kur beinhaltet die Gesundheitsvorsorge Aktiv deutlich mehr Aktivtherapien als Teil des medizinischen Programms, in dem auch stärker auf die individuellen Problemstellungen eingegangen wird. Der Schwerpunkt der Therapie liegt dabei – neben der Behandlung der Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparates – auf aktiver Bewegung, mentaler Gesundheit und ausgewogener Ernährung.

Ablauf: GVA kann geteilt werden

Sofern medizinisch nichts dagegenspricht, besteht die Möglichkeit, eine GVA in zwei Teile zu splitten. Wem drei Wochen am Stück – etwa wegen Kinderbetreuung oder der Pflege anderer Personen – nicht möglich sind, findet hier eine Erleichterung. In diesem Fall werden zunächst zwei Wochen absolviert, die dritte dann innerhalb von sechs Monaten.

Die Module der GVA

Die GVA dauert 22 Tage und ist immer ein stationärer Aufenthalt. Sie kann aber auch in zwei Teile gesplittet werden. Auch hier erhalten sie jeden Tag unterschiedliche Therapien. Neben den Basismodulen, die Bewegungstherapien, Kraft- bzw. Ausdauertraining, Entspannungstraining und bei Bedarf Raucherberatung umfassen, werden drei Aufbaumodule angeboten.

Modul Bewegungsoptimierung

Man kann dabei zwischen Bewegungsoptimierung, Bewegungsmotivation und mentaler Gesundheit wählen. Bewegungsoptimierung ist für Patienten gedacht, die sich auch in ihrem Alltag regelmäßig bewegen. Sie erhalten Tipps, wie die Bewegung richtig gemacht und verbessert wird. Das Ziel: Die Patientinnen und Patienten sollen Ihre Bewegungen so ausführen, dass sie keine Schmerzen mehr spüren.

Modul Bewegungsmotivation

Bewegungsmotivation soll Menschen ansprechen, die bisher kaum oder wenig Bewegung gemacht haben. Sie sollen lernen, Bewegung und Sport in ihren Alltag einzubauen un d Freude an Bewegung zu verspüren – und damit auch die positiven Effekte. Mit der richtigen Bewegung kann die Gesundheit sehr lange aufrecht erhalten werden.

Modul mentale Gesundheit

Mentale Gesundheit wiederum ist für Personen gedacht, die im Alltag psychische Belastungen verspüren. Der Fokus der Therapien liegt auf der Stressprävention, im Erlernen von Entspannungs- und Abgrenzungsmechanismen sowie im Stärken der Selbstschutzmechanismen.

So intensiv ist die Gesundheitsvorsorge Aktiv

Bei einer normalen Kur waren es bisher 1.000 Therapieminuten, die absolviert werden mussten. Bei der neuen Gesundheitsvorsorge Aktiv GVA sind es jetzt 1.400 Minuten. Das Pensum an Therapien hat sich also erhöht. Früher wurden außerdem die traditionellen Kurmittel, zum Beispiel bei uns das Moor, mehr zum Einsatz gebracht. Jetzt ist neu, dass die aktiven Bewegungstherapien viel mehr in den Vordergrund gerückt sind, passive Therapien wie Massagen und Kurmittel hingegen werden weniger angewendet.

Mit welchen Leiden sucht man um eine GVA an?

Der klassische GVA-Patient hat Schmerzen im Rücken, in der Halswirbelsäule bis Lendenwirbelsäule, vielleicht Schulterschmerzen, Knieschmerzen, Sprunggelenksschmerzen. Er hat keinen unmittelbar zurückliegenden Unfall oder operativen Eingriff. Er hat Probleme mit dem Blutdruck, erhöhte Blutfette, erhöhte Harnsäure, ist leicht übergewichtig, stressgeplagt und braucht vielleicht eine Auszeit von seinem Arbeitsplatz.

Eine zusätzliche Indikationsgruppe, die ich in den letzten zwei Jahren stark sehe, sind Long-Covid-Patienten. Die Symptome hier sind ein beträchtlicher Leistungsverlust, die Patienten können oft ihren Tagesablauf nicht mehr bewältigen. Schlaf und Erholung bessert die Beschwerden nicht ausreichend. Die Betroffenen leiden an Gliederschmerzen und haben einen deutlichen psychischen Motivationsverlust, Konzentrationsstörungen, fast ein bisschen Traurigkeit.

Wer soll eine Gesundheitsvorsorge Aktiv absolvieren?

Wichtig ist, dass Menschen, die sich für eine Gesundheitsvorsorge Aktiv entscheiden, die jeweiligen Module auch bewältigen können. Es bringt nichts, wenn Patienten mit starken chronischen Schmerzen oder unmittelbar nach einem Unfall oder einem operativen Eingriff oder mit schweren psychischen Vorerkrankungen zu einer GVA kommen. Solche Patientinnen und Patienten wären wohl mit dem sehr aktivitätsorientieren Programm überfordert. Wichtig sind auch ausreichende Deutschkenntnisse, da man sonst von den interaktiven Workshops in Kleingruppen nicht profitieren kann.

 

Bild: © Point of View

Angaben ohne Gewähr